Es ist nicht unsere Aufgabe die Zukunft vorauszusehen, sondern sie zu ermöglichen
Antoine de Saint-Exupéry
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Die Perspektiven-Theorie und ihr Kontext

Perspectiventheorie

Daniel Kahneman, Nobel-Preis in Ökonomie 2002, widmete sein Leben der Katalogisierung der Denkweise des Homo Oeconomicus. Er entwickelte nicht eine grosse Theorie die er danach zu beweisen trachtete. Er suchte und fand was ist !

Sein Buch "Thinking, fast and slow" fasst auf zugängliche Weise seine Forschungen zusammen. Es dokumentiert die zwei Denkweisen des Menschens:

  • Es gibt einerseits eine sofortige Denkweise in der wir aufgrund vorgefertigter Vorurteiler entscheiden. Den grössten Teil unseres bewussten Lebens verbringen wir in dieser Denkweise. Für Daniel Kahneman, ist die grosse Kraft des Menschens dass er eine Reihe intelligenter Vorurteile aufgebaut hat die ihm erlauben gegenüber der Gefahr sofort zu entscheiden.

    Man denke ein Mensch müsste fünf Minuten überlegen bevor er vor einen Wolf davonläuft...

    Und so fand Daniel Kahneman die Perspektiven Theorie. Die so stark zusammengefasst werden kann:

    • Gegenüber einem unwahrscheinlichen aber grossem Risiko, ist der homo oeconomicus bereit viel zu zahlen um sich diesem Risiko zu entledigen. Das erklärt auch warum der Mensch sich gegen Feuer versichert. Es ist eine rationnele Entscheidung

    • Umgekehrt weigert sich der homo oeconomicus, so er mit einem fast sicheren, grossen Schaden konfrontiert wird, den Schaden zu begrenzen. Es ist die Haltung eines Gläubigers der seinem insolventen Schuldner noch einmal Geld leiht, in der Hoffnung alles Geld zurück zu bekommen. Mit diesem unannehmbaren Schaden konfrontiert, versucht der homo oeconomicus mit allen Mitteln und mit Erfolg zu glauben dass der Normalzustand, der Referenzzustand, der sehr unwahrscheinliche Zustand der heilen Welt ist. Und um diesen Glauben aufrecht zu erhalten, nimmt er unsägliche zusätzliche Risiken auf sich.

      Diese automatische Programmierung des Menschens erklärt auch viele Heroismustaten

    Und deswegen laufen wir oft, ohne objektiven Grund, mit gross geöffneten Augen, in unser Verderben.

  • Es gibt ausserdem eine langsame Denkart wo wir kritischer, zweifelnder und in der wir fähig sind unsere schnelle Denkweise in Frage zu stellen. Es ist diese langsame, zweifelnde Denkweise die uns erlaubt uns fortzuentwickeln.